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Ewald Ospelt: «Es war eine lehrreiche und wertvolle Lebensphase»

16. März 2019
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Bürgermeister Ewald Ospelt über seinen Abschied und die Gemeindewahlen
Ewald Ospelt, amtierender Bürgermeister von Vaduz, wird noch rund sechs Wochen im Amt sein. Am 1. Mai tritt ein neuer Bürgermeister oder eine Bürgermeisterin seine Nachfolge im Rathaus an. Das Liechtensteiner Volksblatt sprach mit dem scheidenden Bürgermeister.

Bürgermeister Ewald Ospelt, wie geht es Ihnen, wenn Sie daran denken, dass Sie nur noch wenige Wochen im Bürgermeisteramt sein werden?

Nach zwölf Jahren als Bürgermeister und acht Jahren im Gemeinderat, vier davon als Vizebürgermeister - das sind insgesamt 20 Jahre Gemeindepolitik - fällt so ein Abschied nicht unbedingt leicht. Anders gesagt, ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es gilt einerseits vom gewohnten Arbeitsalltag, von der grossen Verantwortung, von spannenden Herausforderungen und zahlreichen wertvollen Begegnungen Abschied zu nehmen, obwohl es noch Vieles zu tun gäbe. Andererseits freue ich mich auf einen neuen Lebensabschnitt, in welchem ich deutlich mehr Zeit für die Familie, für die Pflege von Freundschaften und Hobbies haben werde.

Drei Bürgermeisterkandidaten und eine Kandidatin bewerben sich um Ihre Nachfolge. Wie schätzen Sie diese Situation ein?

Nun, grundsätzlich ist es ja lobenswert, wenn sich Menschen in der Politik engagieren. Das Amt des Bürgermeisters bzw. die Kandidatur dazu darf durchaus genauer unter die Lupe genommen werden.

Das heisst konkret?

Man soll sich fragen dürfen, inwieweit diese Kandidatin und die Kandidaten die menschlichen und beruflichen Fähigkeiten dazu mitbringen? Haben sie Erfahrung auf Gemeindeebene z.B. als Gemeinderat? Verfügen sie über Durchhaltewillen? Sind sie in der Lage, konstruktiv für unsere Gemeinde und deren Einwohnerschaft zu arbeiten? Wie gehen sie mit Minderheiten oder Andersdenkenden um? Haben sie Führungserfahrung? Sind sie konsensfähig oder konfliktorientiert? Sind sie ausgrenzend oder integrierend? Destruktiv oder nach vorne ausgerichtet? Sachlich oder primär parteiorientiert? Vertrauenswürdig oder überaus «gesprächig» …

Welche Bilanz ziehen Sie über Ihre Zeit als Bürgermeister von Vaduz?

Insgesamt eine durchaus positive! Die Mehrheit der Gemeinderäte hat sich über all die Jahre konstruktiv eingebracht. Leider schafften es einzelne Exponenten im Gremium mit teils fadenscheinigen Argumenten, durchaus sinnvolle Projekte zu verhindern oder einfach schlechtzureden. Ich bin überzeugt, dass wir dennoch Vaduz in den vergangenen zwölf Jahren in vielerlei Beziehung attraktiver machen konnten. Wir durften für die Menschen in unserer Gemeinde viel Gutes tun. Und dafür haben wir auch viel gearbeitet. Angefangen von der ausgezeichneten Finanzlage über viele vorsorgliche Grundstücks- und Liegenschaftserwerbe. Auch denke ich an den Ausbau und die Instandhaltung von Infrastrukturen wie bei der Wasserver- und Abwasserentsorgung oder Investitionen in die Bildung, kulturelle und sportliche Einrichtungen und Weichenstellungen für die nahe Zukunft wie die Zentrumsentwicklung, die Standortfragen zu Landesbibliothek und Landesspital, Neubauten wie Parkhaus Marktplatz und Feuerwehrdepot, um ein paar Beispiele zu nennen.

Was wünschen Sie sich zum Abschied?

Ich hoffe, dass die positive Entwicklung, wie sie Vaduz in den letzten Jahren erleben durfte, fortgeführt werden kann, so dass es der Einwohnerschaft weiterhin gut geht. Es ist mir ein grosses Anliegen, dass wir alle gemeinsam und über Parteigrenzen hinweg für unser Vaduz arbeiten. In den letzten drei Jahren ist uns dies sehr gut gelungen. Dafür darf ich dem Vizebürgermeister und dem gesamten Gemeinderat ein grosses Kränzchen winden … (schmunzelt)

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