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Trittsicher in die Zukunft

02. Mai 2020
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Beitrag von FBP Präsident Marcus Vogt

Wenn sich der Landtag mit dem Mobilitätskonzept 2030 beschäftigt geht es um die S-Bahn FL.A.CH, um den öffentlichen Verkehr im Allgemeinen, um motorisierten Individualverkehr, um Strassenverbindungen, den Langsamverkehr und um vieles mehr. Klar ist von vornherein, dass nicht das eine bestimmte Verkehrsmittel das Verkehrsaufkommen der Zukunft meistern kann, sondern wir das kluge Zusammenspiel aller sich uns bietenden Möglichkeiten finden müssen. Für mich persönlich heisst das, dass Chancen genutzt werden sollten ­– dazu gehört für mich die S-Bahn FL.A.CH –, und kein Verkehrsmittel verteufelt werden darf. Wir brauchen einen sauberen Mix und das Zusammenspiel der Optionen und sollten statt auf Verbote auf Anreize setzen. Eine grosse Chance sehe ich dabei tatsächlich im Auf- und Ausbau der Fahrradinfrastruktur. Dazu gehört aber mehr, als der Rheindamm und die Feldwege. Jedes zusätzliche Fahrrad im Alltagsverkehr entlastet die Strassen und wirkt dem Stauaufkommen entgegen. Dazu braucht es aber ein klares Bekenntnis zum Fahrrad seitens der Politik. Wer Strassen baut, erntet Autos. Wer aber auf Fahrradinfrastruktur setzt, erntet mehr Velos im Strassenbild und geniesst damit eine Vielzahl positiver Effekte.

Das Fahrrad als Rückgrat der Mobilität

Die Studie zur Raumentwicklung von Zukunft.li gab dem FBP Präsidium den Impuls über die Fahrradstrategie überhaupt erst nachzudenken. Der Studie ist zu entnehmen, dass wir uns in Liechtenstein auf ca. 18km2 bewegen. Auf dieser kleinen Fläche arbeiten und wohnen wir. Bis heute sind wir ein Autoland, was langfristig zu zunehmend verstopften Strassen und Verkehrsinfarkten zu Spitzenzeiten führt. Dabei befördert im Durchschnitt ein Auto eine Person. Um dieses Verkehrsaufkommen zu bewältigen, benötigen wir erhebliche Flächen an Strassen und Parkplätzen, nämlich 25 % der Siedlungsfläche.

Das Präsidium kam dadurch zu folgender Überlegung: Würde ein erheblicher Teil des Alltagsverkehrs auf Zweirad-Mobilität umsteigen, wäre das für die künftige Entwicklung ein grosser Schritt. Wenn wir stärker auf die Karte Fahrrad setzen wollen, müssen wir attraktive Infrastrukturen schaffen.

Der Blick ins Nachbarland

Die Vorarlberger Fahrradstrategie trägt den pfiffigen Titel „Kettenreaktion“. Damit spielen unsere Nachbarn aber nicht auf die Fahrradkette an, sondern auf die Kettenreaktion, welche eine Fahrradstrategie auslöst. Vorarlberg baute die Infrastruktur für die Fahrradnutzung massiv aus und investiert weiter in diesen Bereich. Das Fahrrad bildet im Zusammenspiel mit dem öffentlichen Verkehr einen wichtigen Pfeiler in der Mobilität. Positive Aspekte waren rasch zu verzeichnen: Die Zunahme der Fahrradnutzung grundsätzlich und damit Entlastung im Strassenverkehr, neue Formen im Tourismus, mehr Bewegung und Gesundheit, weniger Krankheitstage, mehr Lebensqualität und umweltfreundliche Fortbewegung. Zudem ist Verkehrsinfrastruktur für das Fahrrad vergleichsweise kostengünstig und bringt echten Mehrwert. Die Vizebürgermeisterin von Utrecht wird in Kettenreaktion wie folgt zitiert: „Radfahren hat etwas Magisches: es hat nur Vorteile“.

Mutig handeln

In vielen Köpfen dominiert das Auto. Dagegen kann und will ich gar nichts sagen. Wenn wir jetzt aber die Chance haben, die Mobilität der Zukunft neu zu definieren, braucht den echten Willen zur Veränderung. Obwohl oder vielleicht gerade weil das Fahrrad eine einfache Lösung scheint, braucht es zu diesem Schritt besonderen Mut. Es wird sich aber lohnen, wenn wir dem Fahrrad im Alltag viel mehr Raum geben.

(Auszüge aus der Strategie wie im VB vom 11.4.)

Ideen braucht das Land

Stephan Marxer, Mitglied FBP Arbeitsgruppe «Fahrradstrategie»

Vom Impulsreferat des Vorarlberger Landesrats Johannes Rauch zum Thema Fahrradstrategie, dem Einsetzen der Arbeitsgruppe und bis zu den finalen Ergebnissen ist wegen verschiedener äusserer Einflüsse mehr Zeit vergangen als ursprünglich geplant. Als schliesslich die Medienkonferenz zum Thema angesetzt werden sollte, trat das Coronavirus in unser Leben, wodurch sich die Prioritäten stark veränderten. Der geplante Weg in die Öffentlichkeit und der Zeitpunkt schienen plötzlich unangemessen. Tatsächlich sahen wir uns aber gezwungen, parallel zur Präsentation des Mobilitätskonzepts der Regierung auch die Fahrradstrategie vorzustellen, wenngleich auf unkonventionellerem Weg. Schliesslich sollte die Mobilität der Zukunft nicht ohne diesen wichtigen Aspekt diskutiert werden, so unsere Überzeugung. Wenn der VU-Parteisekretär das als Trittbrettfahren abqualifiziert, ist das seine Sache. Wir sind überzeugt, dass das Einbringen von Ideen eine Kernaufgabe von Parteien ist. Nichts anderes hat die FBP getan. Anstatt der FBP hier Effekthascherei zu unterstellen lade ich ihn und andere lieber ein, die Ideen der FBP zu betrachten. Die Arbeitsgruppe «Fahrradstrategie» ist überzeugt, einen wichtigen Beitrag für die Mobilitätsdiskussion zu leisten. Nicht Destruktion bringt uns weiter, sondern konstruktive Beiträge für die Gestaltung der Zukunft.

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