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Günter Mahl tritt nicht mehr an

29. November 2018
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Nach 12 Jahren ist für den amtierenden Vorsteher von Triesen, Günter Mahl, schluss. Er tritt nicht erneut zur Wahl an. Zu den Gründen gibt er in einem Interview, welches im Liechtensteiner Volksblatt erschienen ist, auskunft.

Günter Mahl: «Es ist mir eine Ehre»

Im März 2019 finden die Gemeindewahlen statt. Stellen Sie sich als Vorsteherkandidat für eine weitere Amtszeit zur Verfügung?
Ich habe mich bereits vor geraumer Zeit entschieden, nicht mehr für eine vierte Amtsperiode zu kandidieren. Dieser Entscheid war gut durchdacht und wir konnten frühzeitig eine ideale Lösung für meine Nachfolge suchen. Diese haben wir auch gefunden.  
 
Ihr Verzicht auf eine weitere Kandidatur überrascht. Was sind die Beweggründe?
Wie schon erwähnt, war es für mich kein einfacher, jedoch wohl überlegter Entscheid. Denn es war und ist mir nach wie vor eine grosse Ehre, für meine Heimatgemeinde Vorsteher sein zu dürfen. Die Menschen in Triesen und ihr Wohlergehen sind mir sehr ans Herz gewachsen. Schliesslich bin ich nächstes Jahr seit 24 Jahren bei der Gemeinde tätig, 12 Jahre als Leiter Interne Dienste und Personal und weitere 12 Jahre als Vorsteher. Ich durfte mich mein halbes Leben für meine Heimat einsetzen. Was gibt es Schöneres! Nächstes Jahr werde ich 60 Jahre jung und möchte einen neuen Lebensabschnitt beginnen, der wohl nicht mehr so fordernd, vielseitig und abwechslungsreich sein wird. Jedoch - so hoffe ich - nicht minder spannend und interessant.
 
Die politische wie auch die Medienlandschaft haben sich in den letzten 12 Jahren verändert. Hat dies Ihren Entscheid beeinflusst?
Grundsätzlich hat es in einer Demokratie für viele politischen Strömungen Platz. Und das ist auch gut so. Auch bei uns haben sich neue politische Vereinigungen gebildet. Für mich war und ist es enorm wichtig, dass man dem politischen Mitbewerber immer mit Anstand und Respekt begegnet und sich mit Argumenten sachlich und konstruktiv austauscht. Ich habe wenig Verständnis für Politiker, die persönlich verunglimpfen und dauernd kritisieren, ohne aber eigene Lösungsvorschläge zu präsentieren. Bei uns wird dieser politische Stil leider immer mehr gesellschaftsfähig, was ich als gefährlich erachte. Einen nicht unwesentlichen Einfluss auf diese Entwicklung haben die neuen sozialen Medien, in denen jede und jeder – meist ohne Konsequenzen - Halbwahrheiten und Beschimpfungen anonym verbreiten kann. Die Printmedien – als vierte politische Gewalt – neigen immer mehr zum Boulevard. Es zählt die Schlagzeile und die Auflage, ohne jedoch die Recherche und damit die Fakten in den Vordergrund zu stellen.
Um auf die Frage zurückzukommen, ob dies meinen Entscheid beeinflusst hat? Ja und nein, denn ich stelle immer mehr fest, dass sich viele fähige Frauen und Männer diesem aktuellen politischen und medialen Umfeld nicht aussetzen wollen, da sie im wahrsten Sinne des Wortes ihre Zeit und Energie besser einzusetzen wissen. Ich denke, wir alle – als Gesellschaft generell – sollten wieder Werte wie gegenseitige Achtung, Bescheidenheit und das gemeinsame Zusammenwirken in den Vordergrund stellen, um diesem Trend entgegenzuwirken.
 
Lassen Sie uns Ihre Amtszeit etwas rekapitulieren. Auf welche Projekte und Errungenschaften sind Sie besonders stolz?
Ich glaube, das müssen Sie die Triesnerinnen und Triesner fragen. Als ich vor 12 Jahren das Amt übernommen habe, bin ich in sehr grosse Fussstapfen getreten und habe stets versucht, mich nach bestem Wissen und Gewissen für die Belange von Triesen einzusetzen. Zudem braucht es immer die Unterstützung und den Rückhalt aus dem Volk, sowie eine gut funktionierende Verwaltung und einen sachlichen und zielorientierten Gemeinderat. An dieser Stelle möchte ich Vize-Vorsteher Ferdinand Schurti danken, der mir stets ein sachlich und fachlich kompetenter Ansprechpartner war. Ich würde mir wünschen, dass die Wählerinnen und Wähler vermehrt solche Attribute bevorzugen und nicht Selbstdarsteller und Eigeninteressen verfolgende Kandidaten. Nur so kann man eine Gemeinde nachhaltig weiterentwickeln. Persönlich stolz macht mich, dass die Bevölkerung unserer Verwaltung vor Kurzem ein sehr gutes Zeugnis ausgestellt hat. Denn wir sind ein Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger.
 
Sie wollen Ihre Leistungen lieber von den Triesnerinnen und Triesnern bewerten lassen. Ist das auf Ihre Bescheidenheit zurückzuführen, oder kann man da eine gewisse Resignation heraushören?
Resignation? Nein, überhaupt nicht. Das Glas ist für mich grundsätzlich  halbvoll. Wir – das ist nicht nur meine Person – haben gemeinsam viel umgesetzt. Dies werten und beurteilen sollen Andere.Mir war es stets ein Anliegen, das Gesamtinteresse und nicht Einzelinteressen in den Vordergrund zu stellen. Man kann es in diesem Amt nicht allen recht machen, muss jedoch  selber dabei immer in den Spiegel schauen können.Ich habe mich seit jeher mit grosser Freude für unsere Jugend und Vereine eingesetzt. Die Kinder sind unsere Zukunft und die Vereine bilden die Basis für eine gut funktionierende Dorfgemeinschaft.
 
Verraten Sie uns, wer sich seitens der Bürgerpartei um Ihre Nachfolge bewerben wird?
Da bitte ich noch um ein wenig Geduld bis diesen Sonntag um 17 Uhr im Gasometer. Da werden wir eine sehr fähige Person für meine Nachfolge und ein ausgewogenes und kompetentes Gemeinderatsteam nominieren.
 
Ein bisschen mehr wollen wir über diese Person doch erfahren. Lassen Sie uns doch wenigstens wissen, was sie an Rüstzeug mitbringt.
Es wird eine Person sein, die nicht nur das dafür notwendige Rüstzeug, sondern auch die entsprechende Sozialkompetenz wie auch politische Erfahrung mitbringt.
 
Und Sie selbst? Was macht Günter Mahl ab dem 1. Mai 2019?
Vorläufig habe ich bewusst keine grossen Pläne. Ich werde mir sicher etwas Ferien gönnen und wieder mehr Zeit in meine Hobbies investieren. Vor allem freue ich mich auch darauf, mehr Zeit mit meiner Frau zu verbringen.
 
Was wünschen Sie sich für Triesen?
Ich wünsche mir, dass Triesen weiterhin wirtschaftlich prosperiert mit der nötigen Rücksicht auf unsere schöne Natur und Umwelt. Für die Einwohnerinnen und Einwohner wünsche ich mir einen guten Zusammenhalt und die entsprechende Portion Demut, dass uns bewusst bleibt, wie gut es der Herrgott mit uns in Liechtenstein meint.

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